Ab auf die Weide!
Wenn die Weidezeit beginnt, ist gute Planung gefragt.
Auf einmal geht es ganz schnell – die längeren Tage, mehr Sonnenlicht und wärmere Temperaturen lassen die Pflanzen sprießen und blühen, als hätte jemand der Welt plötzlich einen grünen Anstrich verliehen. Doch auch wenn das grüne Gras unsere Pferde noch so sehr lockt – die Umstellung auf die Weidefütterung muss gut und langsam vorbereitet werden, um gefährliche Verdauungsprobleme, Hufrehe oder Koliken zu vermeiden.
Grundlagenwissen zur Weidesaison
Warum das langsame Anweiden so wichtig ist, erklärt sich wenn man sich mit den Nährstoffgehalten des Weidegrases im Vergleich zur Stallfütterung befasst. Denn während man während der Stallperiode überwiegend trockenes, rohfaserreiches und eiweißarmes Grob- und Krippenfutter füttert, nimmt das Pferd zu Beginn der Weidesaison extrem wasserreiches, rohfaserarmes, aber kohlenhydrat- und eiweißreiches Gras zu sich.
Gibt man seinem Pferd nicht genügend Zeit, sich auf so einen „krassen“ Futterwechsel einzustellen, kommt die Darmflora und der gesamte Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht, was zu Durchfall, Kotwasser bis hin zu einer schweren Kolik aber auch Stoffwechselstörungen wie Hufrehe führen kann.
Vor allem leichtfuttrige Pferde und Ponies sind für Stoffwechselentgleisungen gefährdet, da sie meist schon mit zu hohem Gewicht in die Weidesaison starten. Mit der höheren Insulinreaktion aufgrund der plötzlich stark erhöhten Kohlenhydrataufnahme über das Weidegras ist ihr Stoffwechsel dann schnell überfordert.
Ein kleiner Abstecher: Die Bedeutung der Dickdarmverdauung beim Pferd
Das Pferd hat einen stark erweiterten Dickdarm wo eine extrem hohe Bakterienzahl durch Gärprozesse die Futterkomponenten verwertet, die im Magen und Dünndarm nicht aufgeschlossen werden können. Das sind vor allem Rohfaseranteile, deren Verweildauer im Dickdarm ca. 90% der gesamten Nahrungspassage (die ca. 2 Tage in Anspruch nimmt) ausmacht. Hat sich das Bakterienmilieu an die Rohfaserreiche Winterfütterung angepasst und würde man nun zu schnell diese Rohfaseranteile reduzieren, sterben große Teile der faserverwertenden Bakterien ab. Dadurch werden Gifte freigesetzt und in Kombination mit anderen Prozessen kommt es beim Pferd zu Entzündungsreaktionen und Vergiftungserscheinungen.
Die wichtigsten Punkte zur Vorbereitung auf die Weidesaison:
- Geben Sie den Bakterien im Dickdarm Ihres Pferdes durch langsames Angrasen mindestens 4 Wochen Zeit sich umzustellen
- Unterstützen Sie die Darmflora in dieser Phase mit fermentierten Pflanzenauszügen wie EMH Direkt
- Steigern Sie die tägliche Zeit der Grasaufnahme ganz langsam und passen Sie die Zeitintervalle individuell an Ihr Pferd an
- Hat Ihr Pferd eine Vorerkrankung oder neigt es zu Verdauungsstörungen, halten Sie die Grasintervalle lieber über einen längeren Zeitraum kurz
- Kommt es zu Kotwasser oder Durchfall füttern Sie vor dem Grasen älteres Heu oder etwas Stroh und 1x täglich ein Faserkonzentrat z.B. das E-VET mucOstat
- Nach erfolgreichem Anweiden sollte auch die Weidezeit zu Beginn zeitlich auf wenige Stunden begrenzt und langsam gesteigert werden
- Alternativ kann die Weide auch portioniert werden oder man sollte sehr jungen Aufwuchs im Vorfeld schon einmal auf 8-10 cm mähen
- Als weitere Unterstützung kann man auf der jungen Weide zusätzlich älteres Heu oder Stroh zufüttern
- Unmittelbar vor dem Austrieb sollte täglich reichlich Heu und Stroh gefüttert werden
- Krippenfutter sollte man lieber nach dem Eintrieb füttern
- Das Krippenfutter sollte dem Bedarf des Pferdes unter Berücksichtigung der Weidefütterung angepasst werden
- Rohfaserreiche und kohlenhydratarme Futtermittel sind in der frühen Weidezeit sehr stärkereichen Kraftfuttermitteln vorzuziehen z.B. Sensitiv Müsli oder EMH Struktur getreidefrei
- Bei leichtfuttrigen Pferden ist abzuwägen, ob überhaupt ein Krippenfutter Sinn macht oder ob es ausreichend ist, Mineralfutter zu Heu / Stroh / Weide zu ergänzen
- Füttern Sie außerdem unmittelbar vor dem täglichen Weideaustrieb reichlich Heu und Stroh
Eggersmann Produkte zur Weidesaison
Mineral Bricks und Kräutermineral als Lieferanten für Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente
Während der Weidezeit haben sich besonders unsere Mineral Bricks zur optimalen Versorgung des Stoffwechsels bewährt.
Die Mineral Bricks versorgen Ihr Pferd mit allen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, die es für Gesundheit, Wachstum und Leistung benötigt. Täglich gefüttert, wird der Stoffwechsel angeregt und die Abwehrkräfte werden gesteigert. So können die enthaltenen Nährstoffe vorhandene Defizite ausgleichen und zahlreiche Funktionen im Organismus regulieren.
Aufgrund der handlichen Form passen die Mineral Bricks in jede Hosentasche und lassen sich sehr gut dosieren. So hat man Belohnung und ausgewogene Versorgung in einer Hand.
Für empfindliche Pferde, die zu Stoffwechselproblemen oder zu Allergien neigen, bieten wir unsere Bricks auch als getreidefreie Kräutervariante an. Der niedrige Stärke- und Zuckergehalt sowie der bewusste Verzicht auf Getreide in unserem Kräutermineral getreidefrei entlasten den Stoffwechsel. Gleichzeitig ist es reich an lebenswichtigen Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen und gleicht bei täglicher Fütterung schon in geringer Dosierung fütterungsbedingte Versorgungslücken aus.
Leicht verdauliches Futter für eine gesunde Magen-Darm Flora
Um den empfindlichen Darm und den gesamten Organismus unserer Pferde während der Umstellung zur Weidezeit optimal zu unterstützen empfiehlt es sich hochverdauliche Krippenfutter, wie z.B. unser EMH Struktur getreidefrei oder unser Sensitiv Müsli getreidefrei zusätzlich zu füttern.
Unser EMH Struktur getreidefrei mit hochverdaulicher, intakter Rohfaser ist für die Fütterung stoffwechselerkrankter oder –empfindlicher Pferde konzipiert. Durch den niedrigen Stärke- und Zuckergehalt kann es den Stoffwechsel entlasten, der hohe Rohfaseranteil kann eine harmonische Dickdarmflora fördern. Zur gezielten Unterstützung der Faserverdauung und der Verbesserung der Nährstoffaufnahmefähigkeit durch den Organismus wurde unser altbewährtes Struktur getreidefrei mit Eggersmann MikroHerbs (EMH) aufgewertet.
Sensitiv Müsli getreidefrei ohne Luzernefasern punktet mit sehr niedrigen Stärke- und Zuckergehalten. Das Müsli mit hochverdaulicher, intakter Rohfaser ist für die Fütterung von Freizeitpferden konzipiert. Der hohe Faseranteil kommt einer physiologischen Pferdeernährung auf der Basis von Gräsern und strukturreichen Pflanzen sehr zugute. Er wirkt sättigend, fördert eine harmonische Dickdarmflora und unterstützt eine intakte Verdauung. Zudem wird die Kautätigkeit gefördert, die wiederum für eine vermehrte Speichelbildung verantwortlich ist.
Profi Knoblauch Plus als natürlicher Schutz
Nach der Gewöhnungsphase der Futterumstellung können Sie und vor allem Ihr Pferd die Weidezeit sorglos genießen. Sollte diese schöne Zeit einmal durch Stechmücken, Fliegen oder Bremsen gestört werden können Sie mit unserem Profi Knoblauch Plus auch diesen Plagegeistern Abhilfe schaffen.
Als regelmäßige Zugabe über das Futter kann das Konzentrat Profi Knoblauch Plus durch seinen schwefelhaltigen Geruch Linderung schaffen. Über die Schweißdrüsen des Pferdes ausgedünstet, können die Stechmücken, Fliegen und Bremsen diesen Geruch als sehr unangenehm empfinden und bleiben fern.
Mit unseren bewährten Produkten können wir Ihnen zu jeder Zeit – natürlich nicht nur zur Weidezeit – die passenden Problemlöser bieten. Wenn Sie Fragen rund um unsere Produkte oder die Fütterung haben, dann können Sie gern unsere Futterberatung nutzen. Diese Beratung ist individuell auf Ihre Fragen und Ihr Pferd abgestimmt – natürlich komplett unverbindlich und kostenlos.
Beispielhafter Plan zum Anweiden für ein gesundes Pferd:
| Tag 1-5 | Starten Sie mit 10 Minuten am Tag, am besten Nachmittags (dann sind durch Sonneneinstrahlung größere Teile der Speicherkohlenhydrate in den Gräsern umgewandelt) |
| Tag 6-14 | Steigern sie täglich um ca. 5 Minuten |
| Tag 15-30 | Steigern Sie täglich um 20-30 Minuten |
| Auf der Weide | Auch hier mit ein paar Stunden beginnen und Woche für Woche etwas steigern. Bei einem Weidewechsel die Weidezeit zunächst etwas reduzieren und wieder langsam steiegern. |
Sie sind sich nicht sicher ob Ihr Pferd ausreichend versorgt ist oder Sie haben individuelle Fragen zum Weidegang? – Wir helfen gerne. Hier geht es zur Futterberatung